















Auch in Neustadt leben Menschen mit Migrationshintergrund. Menschen aus Russland, der Türkei, aus Kasachstan, Afghanistan oder aus anderen Ländern. Sie leben in einer Stadt. Nebeneinander. Kaum miteinander. Sie sind anders. Irgendwie. Manchmal. Und sie haben genau wie die Einheimischen Berührungsängste. ‘Toleranz fördern - Kompetenzen stärken‘ - das ist der Titel des Nachfolgeprojekts von ‘Vielfalt tut gut’. Ziel ist es, insbesondere Kinder und Jugendliche für das Anderssein zu sensibilisieren.
Doch wie? Was verbindet Kinder und Jugendliche mit den unterschiedlichsten familiären Hintergründen? Worauf stehen Kinder und Jugendliche aus Russland, der Türkei, Deutschland? Auf die neuen Medien! Internet und Fernsehen stehen bei allen hoch im Kurs. Also entwickelten Christiane Harthun-Kollbaum (CHKommunikation), Hinnark Klopp und Falk Russow (beide Ostholstein TV) ein Konzept für ein Projekt. Die Teilnehmer sollten einen Film realisieren. Einen Film über das Anderssein. Dazu ist eine Homepage entstanden und ein Making Off- der Film hinter dem Film - und natürlich der Film der Kinder: ‘Normal anders’.
11 Kinder und Jugendliche trafen sich jeden Freitag und Sonnabend mit Christiane, Falk und Hinnark zum Filmen. Doch wer glaubt, hier ging es nur um das Filmen, der wurde schnell eines Besseren belehrt. Einen Sack Flöhe hüten ist einfacher, als diese Kinder zum konzentrierten Arbeiten zu bringen. Toben, widersprechen, nicht zuhören und Chaos anrichten waren an der Tagesordnung. Doch wenn man den Kindern das Gefühl vermittelt, für sie da zu sein, sie ernst nimmt und ihnen zuhört, waren sie offen und bereit, ihren Beitrag zum Gelingen des Projekts beizutragen. Und sie liebten die gemeinsame Teestunde. Gemeinsam Kekse essen, Tee trinken und quatschen, spielen und die Gemeinschaft pflegen - für einige waren es die schönsten Minuten des Tages.
Und es ist ein Film entstanden. Ein Film von den Kindern für andere Kinder. Melanie, Laura, Robin, Xaver, Daniel, Iljas, Sergej, Alex, Niko und Jonas haben eine Idee entwickelt, umgesetzt, gefilmt, geschnitten, den Film mit Effekten versehen und ‘Normal anders‘ entstehen lassen. Sie wollten einen Film machen über Superhelden, die ihre Superkräfte verlieren, als sie in einer für sie fremden Welt landen. Sie wollten zeigen, wie es ist, wenn man sich nicht richtig verständigen kann, die Menschen einen schräg ansehen, man sich verloren und einsam fühlt in einer fremden Kultur. Sie haben einen Film geschaffen über Kinder, die irgendwie anders sind, aber eigentlich auch ganz normal…..
